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Chronik

VorwortZwischen den tief eingeschnittenen Tälern der Sormitz und Loquitz erhebt sich ein umfangreicher Gcbirgsstock, der sich von den Höhen des Thüringer Schiefergebirges bis zum Zusammenfluß der beiden Flüsse bei Hockeroda erstreckt. Eine der nördlichsten Ansiedlungen auf dieser von beiden Flüssen begrenzten Hochebene (Steinernen Heide) ist das Dörfchen Schweinbach.In eine flache Mulde gebettet, von dem Mosaik der Äcker, Wiesen und Wälder umgeben, ist es ein idyllisches Stückchen Erde unseres Heimatlandes. Rauh, aber gesund und würzig ist die Bergluft und herrlich ist die Aussicht, sieht man auf dem höchsten Punkt der Gemeindeflur, dem Bühl (596 m).Immer werden sich das Auge und das Herz des Naturfreundes an der Schönheit dieser Gegend erfreuen können. Sei es, wenn im Frühling das Dorf fest im Blütenmeer verschwindet, sei es , wenn die Hochsommersonne ihre Glutstrahlen herunterschickt auf duftendes Heu und reifendes Getreide, wenn im Herbst die Früchte reifen und die Farbenpracht der sich verfärbenden Laubbäume die Gegend beherrscht, oder gar im Winter, wenn sich die Schneewehen türmen und der Rauhreif seine Eiskristalle auf Zäune, Drähte und Buschwerk zaubert.Die Menschen lieben das Stückchen Erde, auf dem sie geboren wurden und wo sie zu Hause sind. Fest sind sie mit ihrer Heimat, die auch so reich an Vergangenheit ist, verbunden.Und für alle, die auch in der heutigen Zeit echte Natur- und Heimatliebe besitzen, sollen die nachfolgenden Zeilen geschrieben sein!Die Anfänge der BesiedelungDichter, undurchdringlicher Urwald bedeckte einst die Fluren unserer Heimat Diese „Waldwüste", wie in Berichten aus ältester Zeit geschrieben steht, wurde Nordwald oder Laube ... auch Slawenwald genannt. Wisent und Auerochs zogen darin ihre Fährten, Luchs und Wildkatze lauerten auf ihre Beute und Bär und Wolf durchstreiften das Dickicht. Das gesamte Waldgebiet zwischen Saalfeld und Lehesten war wohl so gut wie unbewohnt. Nur die Täler waren mehr oder weniger besiedelt.Zur Zeit der Völkerwanderung drang, aus den unendlichen Weilen des Ostens kommend, ein Reitervolk unaufhaltsam nach Westen vor, die Slawen. Erst an der Elbe und Saale gelang es den germanischen Stämmen, diesem Vordringen Einhalt zu gebieten. Und trotzdem war es einem Stamm der Slawen, den Sorben, gelungen, auch auf dem westlichen Saaleufer Fuß zu fassen. Der sorbische ... Brückenkopf begann nördlich Saalfelds und hatte hier eine Tiefe von 10km. Im Süden bildete der Rennsteig mit einer Länge von 50 km die Grenze. So war um jene Zeit unsere Heimat ein Teil der sorbischen Mark. Dies beweist angeblich auch der Bericht, daß auf dem südwestlich unseres Dorfes gelegenen Bühlhügel ein Götzenbild gestanden haben soll. Daher soll auch dieser Flurteil seinen Namen haben: Bielhügel - Bildhügel.Über das Götzcnbild wird berichtet, daß es aus Stein war und einen bewehrten Mann darstelle. Noch um 1775 sollen Bruchstücke auf dem Berg herumgelegen haben. Alte Einwohner aus unserem Ort erzählten (aus einem Bericht ans dem Jahre 1926). daß noch vor etwa 100 Jahren ein großer nach alter Art grob behauener Kieselstein auf dem Bühl lag, von dem man aber nicht wußte, ob er mit diesem Götzenbild in Zusammenhang stand. Aus einem anderem Bericht geht wieder hervor, daß bei dem Umguß einer der zwei Kirchenglocken im Jahre 1760 ein Slück Erz zur Verwendung kam. in dem man den Überrest eines „Bilebog-Bildes" vermutet. Es war nämlich auf dem Bühl von Bauer Mettfessel ausgeackert worden. Das ist alles, was über das sagenhafte Götzenbild bekannt ist. Ob es wirklich ein solches war, von dem angeblich noch 1775 Bruchstücke vorhanden gewesen sein sollen (also nach über 800 Jahren), ist völlig zweifelhaft. Es kann genauso gut eine Grenzmarkierung früherer Zeit gewesen sein.Die Sorben bevorzugten zum Anlegen ihrer hufeisenförmigen Siedlungen die Täler und waren in unserer Gegend wahrscheinlich auch gar nicht allzu lange. Um 900 drängte sie Konrad II über die Höhen des Franken- und Thüringer Waldes zurück. Es könnte durchaus möglich sein, daß die Burganlage in der Mitte unseres Dorfes eine Fluchtburg der Sorben, allerdings nur kleinsten Ausmaßes, gewesen sein könnte. Der Beweis kann jedoch nicht geführt werden.Nachdem nun die deutschen Könige die den ..Slawenwald" bewohnenden Sorben besiegt hatten, schlugen sie diesen Urwald zu ihrem Reichsforst, übergaben ihn aber 1011an den Pfalzgrafen Ehrenfried. Dieser wirkte in Saalfeld bis zu seinem Tode im Jahre 1034. Damals noch war der Wald ein Lager von wilden Tieren, besonders von Bären, die über die benachbarte Gegend Schrecken verbreiteten. Besonders von einem ungeheuer großen Bären wird berichtet. Dieses Untier raubte und mordete, so daß sich die Bewohner in ihrer Not an ihren Landesherren, Grafen Ehrenfried, wandten. In einer mit vielen Knechten und vielen Jägern durchgeführten Jagd wurde das Raubtier zur Strecke gebracht und das Fleisch anschließend zu einem frohen Gastmahl zubereitet. 15 Fuß lang war die Haut des Bären (15 Fuß = 4,50 m !).Nach dem Tode des Pfalzgrafen Ehrenfried erscheint seine Tochter, die Königin Richza, als Besitzerin Saalfelds und auch unserer Heimat. Das ist deshalb interessant, weil die Wasserburg vermutlich in dieser Zeit angelegt wurde und nicht schon von den Sorben. So schreibt Herr Kurt Sesselmann: Der Grenzzug des Besitzes der Königin Richza, der in den Urkunden von 1047 und 1074 beschrieben wird, liegt bezüglich seiner Genauigkeit in seiner Grenzführung noch gar nicht fest. Ich arbeite seil Jahren an dieser Sache und komme nur sehr langsam vorwärts. Aber es scheint so, als bekomme Schweinbach in dieser Richtung Bedeutung als Grenzbefestigung dieses königlichen Gebietes. Die Kleinheil der Anlage als Grenzposten spricht dafür! Königin Richza. die einen liederlichen Lebenswandel geführt haben soll, übergab ihre Güter aus Reue im Jahre 1057 an Arno II. Erzbischof von Köln. Dieser ließ auf dem Petersberg, wo sich jetzt Saalfelds Schloß erhebt, ein Benediktinerkloster erbauen. Erst durch das Kloster, den Erben des Waldes und durch die Grafen von Orlamünde, die als Schutzvögte des Klosters einen großen Teil des Waldes gewonnen halten, war Licht und Ruhe, Anbau und Bevölkerung in das Gebiet gebracht. Die große Rodungs- und Besiedelungszeit unserer engeren Heimat war von 1050-1300."Auch Schweinbach ist jedenfalls eine Gründung des 11. Jahrhunderts und verdankt seinen Ursprung sicher den Leuten, die damals den kleinen Grenzposten bevölkerten. Auch der Name spricht für eine mittelalterliche Gründung. Das Wort ..Swym" in seiner alten Schreibweise ist nicht sorbisch!Die alte Wallanlage in SchweinbachDie Erdhügelburg - Erbaut vermutlich im 12. Jahrhundert. Auf der Burgstelle ein hölzerner Wachturm und einige Fluchthütten. Beides geschützt durch einen mit Schießscharten versehenen Palisadenzaun und 2 Wassergräben. Erhalten sind heute noch die Burgsstelle und Überreste der beiden Wassergräben (Die 3 Teiche). Das alles steht unter Denkmal-schutz. Es ist die Aufgabe vor allem der Mitglieder des Kulturbundes, diese Überreste in ihrem heutigen Zustand zu erhalten.In der Dorfmitte von Schweinbach befinden sich 3 Teiche. Sie sind der Anziehungspunkt vieler Wanderer und natürlich der Einwohner. Diese Teiche sind die Überreste einer alten Befestigungsanlage, die Reste zweier mit Wasser gefüllter Gräben, die einst im frühen Mittelalter eine kleine Turmhügelburg schützten.Es war keine Burg mit einer aus Steinblöcken errichteten Mauer und einem trutzigen, mit einem Zinnenkranz bewehrten Turm, sondern eine kreisrunde Burgstelle mit einem Durchmesser von ca. 16 m. Auf ihr mögen nur ein kleiner hölzerner Wachturm und einige mit Stroh bedeckte Hütten Platz gefunden haben, in die bei Gefahr die Bewohner der Siedlung flüchten konnten. Ein aus starken Baumstämmen errichteter und mit Schießscharten versehener Palisadenzaun umgab die Anlage, die außerdem noch durch zwei mit Wasser gefüllte Gräben geschützt war. (Deswegen wurde auch früher immer von einer Wasserburg erzählt.)Die gesamte Anlage hat an ihrer breitesten Stelle einen Durchmesser von 70 bis 75 m. Der äußere Graben wurde schon vor Jahrhunderten durch Wege und Häuserbau eingeengt und zum größten Teil zugeschüttet. Übrig geblieben sind von ihm der „schwarze" und der „untere" Teich, die uns allerdings noch vor ungelöste Rätsel stellen. Da der eine wesentlich höher liegt, dürfte eine frühere Verbindung der beiden kaum in Frage kommen, selbst wenn in den vergangenen Jahrhunderten vieles grundlegend verändert wurde. Möglich wäre, daß der äußere Wallgraben aus zwei Teilen bestand, den unteren und den darüberliegenden , die durch einen Erdwall getrennt waren. Diese schmalen Stellen wurden bei Gefahr verbarrikadiert und lagen besonders im konzentrierten Schußbereich der Bogenschützen.Der innere Graben war kurz nach der Jahrhundertwende noch vollständig erhalten und das Wasser des „mittleren" und „runden" Teiches umspülte die kleine Insel, auf der einst die kleine Burgstelle war. Man halle später darauf eine Baumschule angelegt und zwei starke, nebeneinanderliegende Balken dienten als Brücke. Im Mittelalter konnte dieser Zugang, wenn es erforderlich war, beseitigt werden.Es war ganz gewiss ein mehr als unglücklicher Einfall der Gemeindeväter, mit dem Bauschutt zweier abrißreifer alter Gebäude nahezu fast ein Drittel dieses Wallgrabens zuzuschütten. Ein Vorhaben, das auch damals nicht die Zustimmung aller Einwohner fand.Mit dem Aushub des inneren Grabens wurde sicher der Platz für die Burg beachtlich erhöht und aufgeschüttet. Einwohner berichteten, daß er früher fast noch einen Meter höOrtsnameSwymbach, unter diesem Namen wird unser Ort in einer alten Urkunde aus dem Jahre 1398 genannt. Der Name erscheint im Laufe der Zeiten in den verschiedensten Schreibweisen, wie Schwemmbach, Schwinbach. Schwcymbach. Schweibach. Schweigbach. Woher hat nun unser Dorf seinen Namen?Sehr treffend schreibt im Jahre 1858 der damalige Pfarrer zu Schweinbach über diese Frage: „Darüber sind die Meinungen gar sehr verschieden!" Damit ist für ihn die Sache erledigt.Entweder wurde die Siedlung nach dem Bach genannt, der unterhalb des Dorfes im Tal entspringt, oder aber auch nach dem „Bach", der einstmals direkt durch das Dorf floß.In allen Schriftstücken steht darüber geschrieben: „1715 Schweibach - Schweigbach, weil da alle Bäche schweigen". Ein etwas schwer zu verstehender Sätz, aber man legte zu dieser Zeit nicht alles auf die Goldwaage und meinte wohl damit: Im Dorf schweigen dieBäche, sie entspringen alle erst einige Meter vom Dorf entfernt in den Tälern. Schweinbach, Reichenbach. Gabelbach. Koßbach, 1755 Schwemmbach (Schwembach) miteinem Quell, der manchmal das Tal überschwemmt.Der Schweinbach schlängelt sich leise und murmelnd durch die Talwiesen. Vor etlichen 100 Jahren aber, als sein Quellwasser noch nicht im Sammelbecken aufgefangen wurde und wenn im Frühjahr das Schmelzwasser zu Tale strömte oder die Regenzeiten im Sommer oder Herbst auftraten, wird er als reiner Wildbach schäumend und tobend über die Ufer getreten sein und seine Umgebung in Sumpf, Schlamm und Morast verwandelt haben. Vielleicht ist auch die Schreibweise „Schwym" auf Schwemmen zurückzuführen.1765: Der Bach, der durch das Dorf fließt, unterwühlt nach Schweine Weise das Gelände derart, dass dort allerhalben Sümpfe und kotige Stellen entstehen". Da- her die drei Teiche, um auf dem Trockenen wohnen zu können. Dazu muß gesagt worden, dass die drei Teiche nicht erst etwa zu dieser Zeit (1765) angelegt wurden, sondern daß diese bereits vorhanden waren. Es waren ja die Reste der zur ehemaligen Wasserburg gehörenden Ringgräben. Vielmehr hat man wohl die verwahrlosten Teiche hergerichtet und ihnen das Wasser des „Baches" zugeleitet. Verschiedentlich wird auch die Ansicht geäußert, daß vor längerer Zeit unser Ort durch Schweinezucht bekannt war und daher den jetzigen Namen erhalten hat. Das ist aber sehr zweifelhaft.Eine weitere Vermutung, woher unser Dorf seinen Namen haben könnte, ist die zweifellos gab es früher in unserer Heimat große Wildschweinrudel und es ist bekannt, daß das Schwarzwild mit Vorliebe Sumpf und Morast aufsucht, um sich im Schlamm zu wälzen, sich zu .,suhlen". Also werden auch unten am Schwemmbach die Schwarzkittel ständig Gast gewesen sein. Hat man vielleicht aus diesem Grund dem Bach, und somit auch dem Dorf, den jetzigen Namen gegeben? Es ist. wie schon erwähnt, nur eine Vermutung.Der Hinweis des Schriftstückes aus dem Jahre 1765 über die Entstehung unseres Ortsnamens kann wohl als der zutreffendste bezeichnet werden.SiegelDas Gemcindesiegel unseres Ortes 7eigte seit jeher einen Anker. Einerseils ein Zeichen der Schiffahrt, wurde er aber wohl deshalb gewählt, weil er andererseits als Symbol der Hoffnung bekannt ist. Wir finden ihn schon auf einem Schriftstück aus dem Jahre 1848. In der Zeit von 1933 bis 1945 mußte auch unsere Gemeinde den Ei n he i ts Stempel mit dem „Reichsadler" führen. Nach dem Krieg hatte wieder das Siegel mit dem Anker Gültigkeit.Bevor man das Stempelkissen kannte, wurden alle amtlichen Schreiben mit Siegellack verschlossen und das Siegel in den noch warmen Lack gedrückt.Das Siegel ist aus dieser Zeit noch erhalten geblieben. Es ist ein 8 cm langer Hirschhorngriff von 2,5 cm Durchmesser. Unten ist eine Metallscheibe ungefähr in Größe und Stärke der früheren Markstücke befestigt, in welcher der Anker mit der Umschrift „Die Gemeinde zu Schweinbach" eingeprägt ist.Seit 1951 hat unsere Gemeinde ein neues Siegel, das den Namen unseres Dorfes versinnbildlicht.Es zeigt einen Bach und ein aus dem Bach saufendes Wildschwein. Im Hintergrund ist der Wald durch einige Bäume dargestellt.her war als heute. Mit den Erdmassen des äußeren Grabens wurden die Wälle angelegt und wo erforderlich, vor allem auch nach außen verstärkt. Am „unteren" Teich, wo das Gelände nach Südosten stark abfällt, ist das heute noch gut zu erkennen.Keine Urkunde gibt Auskunft, wann dies wohl alles geschehen ist, doch darf angenommen werden, daß die Entstehung im 13. oder, wie Herr Dr. Gerhard Werner (Museum Saalfeld) vermutet, im späten 12. Jahrhundert liegt.Ortslage im Jahre 18701979 wurden in einem der Teiche mehrere Bruchstücke aus Ton gefunden, die von den Mitarbeitern des Museums für Ur- und Frühgeschichte in Weimar wieder zusammengefügt, als- Deckelknauf aus dem 14. Jahrhundert identifiziert wurden. Er gehört in den Bereich der deutschen Kolonisationsware.Ungewiß ist auch, wer diese Burg erbaut hat. Früher vermutete man eine sorbische Fluchtburg oder aber eine Grenzbefestigung. Der gemachte Fund und auch der Ortsname dürften aber gegen eine sorbische Anlage sprechen.Herr Dr. Gerhard Werner schreibt in seiner Fortsetzungsserie "Woher stammt der Ortsname?" von einer frühfeudalen Befestigung aus der Zeit der Besiedelung. Diese Annahme wird dadurch erhärtet, daß 1615 in den allen Lehnsakten "Teiche und Wall" als zum ehemaligen Rittergut gehörig aufgeführt werden.Die Fronbauern hatten die Gräben "zu fegen" (zu entschlammen) und durften als Gegenleistung "ihre Pferde hineinreiten" (als Pferdeschwemme benutzen). Als Strafe wird das Teichziehen erwähnt, doch ist darüber nicht Näheres bekannt.Als Anfang dieses Jahrhunderts ein zum Rittergut gehörendes Gebäude abgerissen wurde, will man einen Gang freigelegt haben, in dem ein menschliches Skelett lag und der in Richtung der Burg verlief. In einer Beschreibung des Dorfes aus dem Jahre 1858 wird noch von Höhlen und Kellern auf der Teichinsel berichtet. Ein Nachweis darüber konnte bis heute nicht erbracht werden.Daß wie man früher erzählte, hier einmal eine Gräfin von Leutenberg auf einem "festen Schlößchen" gewohnt haben soll, kann wohl ins Reich der Fabeln verwiesen werden. Möglich wäre letztlich noch, daß diese Befestigung zum Schutz der alten Handelsstraße erbaut wurde, die einst aus Franken kommend, über den Höhenrücken der "Steinernen Heide" auch durch Schweinbach und dann weiter nach Saalfeld führte.So hüten diese alten Reste der Wallanlage auch weiterhin ihre Geheimnisse und hüllen sieh in den grauen Mantel der Vergangenheit.Nach der Zerschlagung des Rittergutes im Jahre 1817 wurde die Teichinsel Gemeindeeigenturn, das die Einwohner in den Jahren bis 1976 als Gemüsegarten nutzten.1976 schafften dort viele fleißige Hände im Mach-mit-Wettbewerb "Schöner unsere Städte und Gemeinden" eine Grünanlage mit Springbrunnen, Blumenbeeten, Bänken und Kinderspielplatz. Die ursprüngliche Form und Beschaffenheit der Burgstelle wurde dabei nicht verändert, denn die gesamte Anlage steht unter Denkmalschutz und es ist unser aller Aufgabe, diese historischen Zeugen frühmittelalterlicher Befestigungs-bauweise in ihrem jetzigen Zustand auch weiterhin für die Nachwelt zu erhaltenDie alte Kapelle zu SchweinbachMan würde sie heute vergeblich suchen, jene alte Kapelle, die einstmals auf der linken Seite des Eingangs in den Friedhof gestanden hat. Es liegt auch kein schriftlicher Nachweis über die Zeit der Erbauung vor. doch dürfte das aller Wahrscheinlichkeit nach Anfang des 14. Jahrhunderts geschehen sein. Der Platz auf dem sie gestanden hat, gehörte dem ehemaligen Rittergut, und daher, so lesen wir jedenfalls in einer alten Chronik, liegt die Vermutung nahe, daß sie ein Geschenk eines Feudalen an die Kirche war.Sie war gewiß nicht groß, besaß wohl einen kleinen Glockenturm und im Inneren ein steinernes und bemaltes Tonnengewölbe. Wie auch die später erbaute Kirche war die Kapelle dem Heiligen Kreuz geweiht.Das Baumaterial bestand aus behauenen Sandsteinen. die mühselig auf beschwerlichen Wegen von den Bewohnern der kleinen Siedlung herangeschafft werden mußten. Teile des Mauerwerkes mußten öfters erneuert werden. In der ersten Zeit wurden die kirchlichen Handlungen von einem Kaplan der Probstei in Zelle (Probstzella) durchgeführt, der jedes Mal einen beschwerlichen Weg durch den Urwald der Steinernen Heide zurücklegen mußte. Den Hafer für sein Reittier mußte Ludwigsstadt zur Verfügung stellen.Später, so verkündet die schon erwähnte alte Chronik, sind als Pfarrer und Gehilfen zugleich Unterloquitzer dagewesen, die die heiligen Handlungen nach den zu befolgenden Vorschriften des Ortes durchführten.Ein durch Unachtsamkeit vermutlich um 1500 entstandener Brand beschädigte das Gebäude schwer. Durch die Glut der Flammen stürzte ein großer Teil des steinernen Gewölbes ein. Ein Wiederaufbau erfolgte nicht, denn schon seit 50 Jahren fanden die kirchlichen Handlungen in unmittelbarer Nähe in der neuerbauten Kirche statt. Die Reste der Kapelle wurden nicht beseitigt.Noch 1765 wird von ihr berichtet, daß sie dem völligem Verfall nahe sei. Aber die Bewohner, so schreibt die damalige Chronik, trugen " Sorge um die Erhaltung" dieser Ruine, daß sie immer ein Zeichen hätten, das sie an die erste Gründung des priesterlicher Dienstes erinnere. So verstrichen weitere Jahrzehnte. Auf den Mauerresten und dem vom Brand zerstörten Balkenwerk des Daches wucherte das Gras und in dem verfallenen Glockenturm nistete das Käuzchen.Als 1827 um den gesamten Friedhof eine neue Mauer gebaut wurde, fanden dabei auch einige Steine der alten Kapelle Verwendung. Diese selbst wurde dann 1837 endgültig beseitigt und die noch verwendbaren Steine erfüllten noch einmal ihren Zweck beim Bau des Kuh- und Schafstalles des Pfarrhauses. Doch auch diese Gebäude fielen 1877 einem Großfeuer zum Opfer. Sie wurden nicht wieder aufgebaut und der Schutt weggeräumt. So sind die wenigen in der Friedhofsmauer eingemauerten Steine, von denen einer noch deutlich blaue und weiße Farbe erkennen läßt, die letzten Zeugen dieses ehemaligen kirchlichen Bauwerkes.Sandsteine und Heiliges Kreuz der jetzigen Kirche sind sicher von der Kapelle und nach den Sturmschaden eingebaut worden.Die Kirche zu SchweinbachVon der windumwehten Höhe zwischen Loquitz und unterer Sormitz blinkt weit ins Land hinaus die über dem wohl geborgene Dorf hoch gelegene Kirche zu Schweinhach.Erbaut wohl um 1450 (nach anderem erst 1493). schaute sie noch lange herab auf das kleine älteste Kirchlein des Ortes, das mit seinem steinernen Tonnengewölbe vielleicht aus dem 14. Jahrhundert stammte. Diese alte Kapelle war dem heiligem Kreuz geweiht und lag auf der linken Seite des Eingangs in den eigentlichen Friedhof. Noch 1815 wird sie dort erwähnt, wenn auch schon 1765 berichtet wird, sie sei dem völligen Verfall nahe.Wahrscheinlich war auch die neue Kirche eine Heilig Kreuzkirche. Das an der Südseite außen eingemauerte Steinkreuz kann das übliche Weihekreuz sein, kann aber auch auf ein Prieslergrah hinweisen, gibt jedoch durch seine Form keinen Aufschluß über das Alter der Kirche. Einige Bauteile tragen allerdings spätgotisches Gepräge.Viel ist im Laufe der Zeiten baulich verändert worden, nicht zuletzt. um schweren Sturmschäden auszubessern, über die immer und immer geklagt wird. So schleuderte 1661 ein Sturm das ganze Kirchendach herunter und drückte einen Teil der Kirchenmauer ein. Bei dem Wiederaufbau wurde die Kirche um 10 Ellen verlängert und um 3 Ellen erhöht, das Dach und der 1611 erbaute. 1650 mit einer Uhr versehene Turm erhalten Beschieferung anstatt der bisherigen Eindeckung mit Schindeln. Im Jahre 1636 hat die Kirchgemeinde Schweinbach ihren v t m den Kaiserlichen Soldaten nach Böhmen in Gefangenschaft geführten Pfarrer mit 40 Schock Groschen ausgelöst.1715 und abermals ,1774 musste der Turm erneuert werden. Ursache war stets das Unwetter 1766 und 1771 zerschlägt Hagelsturm sämtliche Kirchenfenster. Auch die Vorhalle wie die Pfarre und die Schule sind, von den Stürmen bös mitgenommen, dauernd reparaturbedürftig.Der einen der zwei Glocken brachten nicht so sehr Wind und Wetter als die Ungeschicklichkeit der Lauter öder Unheil. Sie musste wiederholt umgegossen werden.Bei so einem Umguß im Jahre 1760 kommt ein Stück Erz zur Verwendung, in dem man die Überreste eines Bilebog - Bildes aus slawischer Zeit vermutete. Es war nämlich am Biel-Hügel ausgeackert worden. Die andere Glocke, die ihrer einfachen Verzierung nach (zwei Schnurstreifen) aus dem 14. Jahrhundert stammte, rührt also noch von der alten Kapelle her.Von der Inneneinrichtung aus vorreformatorischer Zeit, von dem Altarsehrein mit einer sehr interessanten Figur der Hl. Barbara, von den Flügelbildern mit den Darstellungen des Märtyrers Sebastian und des Hl. Christophorus und der Predella mit dem Heiligem Abendmahl ist nichts mehr vorhanden. Alles ist bei der letzten Renovation 1866 "fortgekommen", wie es kurz und bündig in einem offiziösen Bericht heißt.Ein hölzerner Taufengel aber aus dem Jahre 1724 liegt noch auf dem Kirchenboden, und zwar schon seit 1733. da er so ungestillt ausgefallen, dass er mehr ein Ärgernis für die Gemeinde denn ein Heiligtum war.An seiner Stelle wurde damals ein Tauftisch gestiftet, der 1882 einem "würdigen" tönernen Taufstein weichen musste.1866 war schon die Kanzel von 1657 und das 1661 eingerichtete. 1723 von Barlhel Henning aus Rosenthal ..weiß mit goldenen Figuren" gemalte Gestühl durch die ..hübsche neue Ausstattung in gotischem Stil" ersetzt worden. Von den heiligen Gefäßen ist das Taufbecken bemerkenswert, eine Beckenschlägerarbeit aus dem 16. Jahrhundert, mit der undeutbaren, nur ornamentalen Umschrift in frühgotischen Majuskeln und einer gekrönten Maria mit den Kind in der Mitte. Eine Seltenheit, da diese Becken sonst hier eine Darstellung des Sündenfalls aufweisen. Auffallend ist nur. dass auch in dem eingehendsten alten Bericht über die Schweinbacher Kirche dieses Beckens keinerlei Erwähnung getan wird. Schweinbach war von Anbeginn an ein Filial von Unterloquitz und blieb es bis 1711. Dass das entfernte Lositz einst nach Schweinbach eingeplant war. wie berichtet wird, erscheint doch sehr unwahrscheinlich. Für die Schweinbacher Kirche dürfte die Einführung der Reformation im Jahre 1530 (etwa um die Mitte des Jahres) feststehen, denn als erster evang. Pfarrer wird Johannes Fende 1530-52 genannt, der zu Wittenberg Beziehungen gehabt, als erster evang, Lehrer Heinrich Sattler.Im Jahre 1876 hörte Schweinbach auf. selbständige Pfarrei zu sein, wurde später mit Leutenberg kombiniert und ist heute eine von dessen Filialkirchen.1867 wurde die Kirche umgestaltet. Die Kosten betrugen über 3000 Taler. Die zweifachen Emporenreihen in eine mit Doppelsitzen umgewandelt. Die Orgel kam von der Ost- auf die Westseite der Kirche. Die Kanzel wurde von der Südseite auf die Ostseile über den Altar gesetzt.1877 12. September, ein schwarzer Tag in der Geschichte unseres Ortes. Großbrand, die Flammen griffen um sich. Verzweifelt kämpften 13 Spritzen gegen das Element. Vergeblich, in zwei Stunden lagen 9 Wohnhäuser, darunter Schule und Pfarrhaus sowie 10 Scheunen in Schutt und Asche. Übermenschliches leisteten die Männer der Feuerwehren. Es gelang ihnen, die Kirche zu retten. Alle Einwohner des Ortes wussten zu berichten, dass einer der braven Heller, er hatte in glühender Hitze auf einem Querholz, welches von aus den Schallöchern geführten Seilen gehalten wurde, das Strahlrohr in der Hand, an der Außenseite des Kirchturmes hängend ausgehalten, trotzdem ihm Augenbrauen und Schnurrbart versengt worden waren. Er erbat sich nach dem Brand etwas Leinöl, um sein verbranntes Gesicht zu kühlen. Alle Häuser außer dem Pfarrhaus wurden ab 1878 wieder aufgebaut.1962 Der Kirchturm wurde neu beschiefert. Die Nägel waren nicht rostgeschützt, so dass die Schiefereindeckung nicht haltbar war.1969 Kirchenrenovierung, innen; Gruft unter dein Altar (wohl Besitzer des Rittergutes beerdigt)Bauliche Veränderungen im Innern der Kirche. Die Emporen werden verkürzt. Die Sakristei kommt vom vorderen Südteil der Kirche hoch auf die Empore links neben die Orgel. Die Kanzel wird links neben dem Altar aufgestellt. Alles erhält einen neuen lichtgrauen Anstrich. Vorher war alles holzfarben. Kosten ca. 11 000 Mark (DDR).1987 Das Schieferdach und der Turm haben große Schäden in der Eindeckung. DieHirzbacher und Schweinbacher Männer haben im Wald Gerüststangen geschlagen und unter Anleitung eines zugelassenen Gerüstbauers ein aufwendiges Holz-gerüst an der Kirche aufgestellt, Es gab immer wieder Probleme mit der Beschaffung des notwendigen Schiefers für den Turm.1988 Der Direktor der Heimatmuseums Saalfeld hatte uns Hinweise zum evtl. Standort des allen Holzschnitzaltares gegeben, der. wie Pfarrer Hartmann berichtete,1866 "fortgekommen" war.Wir haben mit der Liebfrauenkirche in Frankfurt am Main Verbindung aufgenommen und herausbekommen, dass unser Altar 1866 vom Herrn Frau/ Münzenberger (1833-1890), Prälat und Stadtpfarrer aufgekauft wurde. Der Kaiserdom war abgebrannt und Herr Münzenberger kaufte überall in [Deutschland Kunstwerke für den Kaiserdom auf und stellte diese auch anderen Kirchen zur Verfügung. Vom Heimatmuseum Saalfeld hatten wir eine Fotografie und so können wir auch mit Sicherheit sagen, daß das Oberteil unseres Schweinbacher Holzschnitzaltars in Rudolsladt in der kath. Kirche hängt und das Unterteil (Predella) ist in der Liebfrauenkirche in Frankfurt am Main. Herr Dr. Werner vom Heimatinuseum Saalfeld hat eine Arbeit über die Thüringer Holzschnitzkunst geschrieben und ordnet diesen Altar Hans Gottwald von Lohr, einem Schüler von Tilman Riemenschneider zu.1990 Beginn der Bauarbeiten - Sanierung Kirchendach1993 Pfarrer Janek verstorben. Pfarrer Zimmermann aus Leutenberg ist nun auch Pfarrer für die Kirchgemeinde Hirzbach und Schweinbach. Heilig Abend ist seit langem der erste Gottesdienst mit Krippenspiel in der innen doch noch sehr kaputten Kirche.1994 Eine ABM-Stelle für die Kirche wurde von der Gemeinde Schweinbach beantragt und vom Arbeitsamt bewilligt. Schwammsanierung innen wurde durchgeführt. Der Putz innen musste ca.. 1,80 m hoch abgehackt werden, um gegen denSchwamm vorgehen zu können.Der Betonrand innen wurde von der Baubrigade der Schiefergruben entfernt. Um die Außenmauer der Kirche wurde ausgeschachtet und Drainagerohre wurden verlegt. Im Oktober wurde noch der Außenputz angebracht. Am 25.10.1994 war die Kirche fertig neu verputzt. Es musste ein neues Metallgerüst aufgestellt werden, da das Holzgerüst nicht mehr nutzbar war.1995 Das Ehrenmal für die gefallenen Soldaten an der Außenseite der Kirche wurdehergerichtet und die abgefallenen Steinplatten wieder befestigt. Herr Heunemannaus Bad Blankenburg hat für die Bepflanzung gesorgt. Er war Kamerad von Hans Müller (gefallen).1996 Im Innenraum der Kirche sollen die Arbeiten fortgeführt werden.Die hinteren Bänke sind nicht mehr nutzbar. Dieser Teil der Kirche soll Ausstellungsfläche werden. Über Fördermittel der Landwirtschaft sollen die Wände neu verputzt, der Fußboden in Ordnung gebracht und zwei neue Treppen eingebautwerden. Diese Arbeiten sollen Ende Oktober abgeschlossen sein. Bei den Aufräumungsarbeiten ist der im Bericht von Pfarrer Hartrnann benannte Tauftisch gefunden worden. Auch der hölzerne Taufengel aus dem Jahre 1724 ist vom Boden geholt worden. Bis heute konnten über die Herkunft des außergewöhnlichen Taufbeckens keine weiteren Erkenntnisse gemacht werden, ebenso ist auch die Inschrift nicht gedeutet.1997 Der Innenraum mit Ausstellungsfläche. neuen Treppen zu der Empore ist fertig. Nach 16 Jahren erste Hochzeit (Matthias und Kerstin Klaenhardt); Gerüstaufbau im Inneren der Kirche. Die kaputte Decke wird verputzt, und die Kirche erhält einen neuen Wandanstrich und Elektroanschluß. Am 28.09. Erntedankgottesdicnst in der fertigen Kirche. Nur die Orgel funktioniert nicht.Das Ehrenmal an der Schweinbacher Kirche1998 Zum Dorfjubiläum auch Führung der Gäste durch die Ausstellung in der Kirche. Gedenkalbum für die im l. und 2. Weltkrieg gefallenen Soldaten aus Schweinbach und Hirzbach.1999 Es wurde erneut Schwammbefall im hinteren Teil der Kirche festgestellt. Der neue Fußboden der Ausstellungsfläche muss wieder rausgerissen werde". Die fehlenden Schiefer an der Ampel und die dazugehörige innere Abdeckung, sollten erneuert werden. Dabei wurde festgestellt, dass sich der Turm im oberen Teil gedreht hat. die Zapfen nicht mehr die Verbindung halten und somit die Standfestigkeil nicht mehr gegeben ist.Der Turm wird im Dezember von der Bauaufsicht gesperrt und die Auflage erteilt, dass der obere Teil aus Sicherheitsgründen abgetragen werden muss. Die Kirche kann nicht genutzt werden. Das Gelände ist abgesperrtWir suchen noch das Kruzifix und die Leuchter vom Altar sowie die schöne Taufkanne und das Abendmahlsgeschirr.Diese zum Inventar der Kirche gehörenden Gegenstände sind seit etwa 1969 nicht mehr in SchweinbachDer EdelhofBreit und wuchtig stand er an der oberen Dorfstraße, der alte Edelhof. Er überragte wohl alle Häuser des Dorfes und jedermann sah an dem hohen steilen Walmdach und dem altertümlicher, mit Brettern verschlagenen Treppenaufgang, dass hier noch ein Gebäude aus alter Zeit stand. Allen Ereignissen zum Trotz. hat es Jahrhunderle hindurch seinen Platz behauptet und konnte 1953 sein 500jähriges Bestehen feiern.Im Jahre 1453 wird das Rittergut zu Schweinbach das erste Mal in einer Urkunde erwähnt. Sicher war es schon eher erbaut worden. Als erste Besitzer werden Hartman und Hans von Lengefeld genannt. Deren Namen wird in Verbindung mit dem Dichterfürsten Schiller fortleben Die Lehensakten über das Schweinbacher Gut werden im Landesarchiv zu Rudolstadt aufbewahrt. Das daraus übernommene Material über das Gut und seine Besitzer ist so reichhaltig und interessant, dass es in einem besonderen Artikel aufgeführt werden soll.Im Mittelalter gab es in Schweinbach zwei Rittergüter. Das derer von Lengefeld und der Besitzer des zweiten Gutes ist Mathias von Reitzenstein. im Jahre 1805, nach anderen Berichten aber auch erst 1817. wurde es zerschlagen. Der letzte Besitzer war der Kaufmann Karl Gottlob Mating aus Neustadt an der Orla. Die Grundstücke wurden verkauft. Alte Einwohner konnten sich noch daran erinnern und berichteten, es seien so viele Grundstücke gewesen, dass zuletzt niemand mehr etwas haben wollte. Es wurden nicht gleich Käufer dafür gefunden.Vielleicht ist das auch der Grund, weshalb im 19. Jahrhundert in unserer Flur so viel angepflanzt wurde. Viele Parzellen, die heute mit Wald bewachsen sind, sind in allen Grundbüchern noch als Ackerland geführt.Die Größe des Gutes wurde von den ehemaligen Besitzern verschieden angegeben, so nennt einer im Jahre 1749 75-80 ha. ein anderer nur wenige Jahre später 95-100 ha. Die Meinung, die Grundslücke des Schweinbacher Rittergutes hätten einst bis nach Zopten gereicht, ist irrig. Im Jahre 1750 kaufte der Besitzer des Zoptener Rittergutes, der Handelsmann und Bürgermeister zu Gräfenlhal. Heinrich Wilhelm Günther Breit-haupt, das Gut zu Schweinbach. Er besaß es bis 1789. Aus dieser Zeil wird wohl das Gerücht von dem bis nach Zopten reichenden Gut stammen.Es wird vermutet, dass der .,Edelhof". wie ihn die Ortseinwohner nannten, das Hauptgebäude des ehemaligen Rittergutes war. Ein zweites Gebäude stand längsseits zur Straße. Beide Häuser waren durch ein Tor mit einem darüber befindlichen, mit Brettern verschlagenen und überdachten Durchgang verbunden. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurde das Nebengebäude abgerissen, während das Tor noch einige Jahre stand, bis es dann auch wegen Einsturzgefahr beseitigt werden musste.Es wird berichtet, dass in einem der nach der Hofseite liegenden Zimmer in alter Zeit über die Bauern Gericht gehalten wurde. In einem Schriftstück aus dem Jahre 1858 lesen wir: „Die Rittergutsbesitzer hallen eigene Gerichtsbarkeit, denn nachdem auch schon eine besondere Gemeinde hier existierte, so waren immer zwei Schultheißen, ein Gerichts -Schultheiß und ein Amts-Schultheiß".Auch wurde verschiedentlich geäußert, dass das Rittergut durch einen geheimen unterirdischen Gang mit der ehemaligen Wasserburg verbunden gewesen wäre. Im Kellerdes bis zuletzt stehenden Edelhofgebäudes konnte nichts entdeckt werden, was auf einen unterirdischen Gang hingewiesen hätte. Beim Abbruch des erwähnten zweiten Gebäudes aber will man nach Angaben verstorbener Einwohner einen gewölbten Gang freigelegt haben , in dem ein Skelett lag. Dieser Gang hätte in Richtung der Wasserburg geführt und zwei weitere Gänge hätten von ihm abgezweigt. Leider wurden die Gewölbe wohl seinerzeit zerstört und die Steine zu anderen Bauwerken verwendet.Etwas abseits zur Straße, hart an den Boxdörferschen (Kramer) und Ellmerschen (Herrmann) Grundstücken stand mit der Giebelseite zur Straße ein kleines Gebäude, etwa so groß wie das Jagdhaus auf dem Scheidingshügel, sagten alle Einwohner unseres Dorfes. Als letzter Besitzer wurde ein gewisser Mohring genannt. Es soll in der letzten Zeit die Wohnung des Guts-Schäfers gewesen sein. Da, wo jetzt das Wohnhaus Herrmann (ehemals Gastwirtschaft Ellmer) steht, stand ein weiteres Haus, ebenfalls mit der Giebel-seite zur Straße. Ks war etwas größer als die Schäferhütte und man erzählt, daß es den Förster des Gutes beherbergte. Solange sich die Alten erinnern können, war es aber Gastwirtschaft. Auch ein Brauhaus gehörte zum Gut, wo es aber gestanden hat, weiß bisher keiner. Aber es ist gut möglich, dass es das letztgenannte Gebäude war. Auch diese beiden zum Gut gehörigen Häuser wurden Ende des 19. Jahrhundert abgerissen. Um den Herrenhof. die Schäferhütte und das horster- und eventuell Brauhaus zog sich einst eine aus Feldsteinen und Lehm errichtete Mauer. Kleine Überreste waren 1953 noch zu erkennen.So ist von all den Gebäuden des Rittergutes nur das alte Herrenhaus geblieben. Schon etwa 1920 musste es auf baupolizeiliche Anordnung innen an verschiedenen Stellen abgestützt werden. Aber unaufhaltsam zerbröckelt das alte Mauerwerk und vermorschen die Balken. So sind die Jahre des alten Edelhofes gezählt (1953) und in absehbarer Zeit wird er nicht mehr sein.Letzter Besitzer des Wohnhauses war Amandus Heinze, ein Schieferarbeiter. 1956 sind die letzten Bewohner noch vor Mitternacht ausgezogen. Die gesamte Feueresse ist eingestürzt.1966-1970 wurde die Ruine abgetragen, und 1971 begannen die Vorarbeiten zum Kultur-hausbau. Am 26.08.1972 konnte der Saal mit Schankraum und Toilette n an läge eingeweiht werden. 1974 waren Gaststätte und Wohnung fertig gestellt. Dieses Gebäude wurde von den Schweinbachern in Eigenleistung gebaut. Hauptinitiator war unser damaliger Bürgermeister Fritz Brüning, ihm und allen seinen fleißigen Helfern sind wir heule zu großem Dank verpflichtet.Konsumverkaufslelle, Poststelle, Fernsehraum für Urlaub s gaste und das Gemeindeamt waren ebenfalls im Kulturhaus „Zur steinernen Heide". Heute sind es Gaststätte, Wohnung, Saal. Jugendraum. ehem. Gemeindebüro, der Klubraum der Freiwilligen Feuerwehr Schweinbach, der Vereinsraum des Kulturbundes und das Kinderspielzimmer.Unzählige Veranstaltung des Ortes wurden in diesen Räumen durchgeführt. 1998 war für Schweinbach das Festjahr mit zwei bedeutenden Jubiläen: 600-Jahr fei er der urkundlichen Erwähnung des Ortes und 140jähriges Bestehen der Feuerwehr.





Schweinbach

im Herzen Thüringens auf der steinernen Heide

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